Der Bedarf ist ermittelt und ein Standort in Langenbrand gefunden: Jetzt steigen die Gemeinden Schömberg, Unterreichenbach und Engelsbrand in die konkrete Planung ihres gemeinsamen Gewerbegebiets ein. Baubeginn könnte März 2010 sein.
Bei der Sitzung des eigens gegründeten Interkom-Ausschusses am Donnerstag im Schömberger Kurhaus sollten nun auch die Bürger über das Projekt informiert werden. Rund 40 Interessierte hörten sich die Ausführungen der beauftragten Fachleute an. Demnach besteht in mehrerlei Hinsicht Bedarf für ein interkommunales Gewerbegebiet.
Etwa um die Vorgaben des Regionalplans 2015 zu erfüllen, dessen primäres Ziel es ist, Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit der Region Nordschwarzwald zu steigern. Dazu gehört die Schaffung von Arbeitsplätzen und Standortsicherung für das produzierende Gewerbe. Um Flächen zu sparen, werde interkommunalen Gewerbegebieten explizit Vorrang eingeräumt, wie Stadtplaner Werner Gerhardt aus Karlsruhe erläuterte.
Auf 1000 Einwohner kommen in den drei Gemeinden 175 sozialversichert Beschäftigte. „Damit liegen Sie deutlich unter dem Durchschnitt der Kreise Calw (246) und Enzkreis (267) sowie dem Land“, sagte Gerhardt. Mit dem gemeinsamen Gewerbegebiet könnte ein Wert von 215 Beschäftigten pro 1000 Einwohner erzielt werden. Pro Beschäftigtem werden zwischen 200 und 300 Quadratmeter Brutto-Bauland benötigt. Daraus ergibt sich für die Gemeinden Schömberg, Unterreichenbach und Engelsbrand ein Flächenbedarf von 10,4 bis 12,7 Hektar.
Die vorhandenen Reserven sind bereits eingerechnet. Derzeit stehen laut Werner Gerhardt in allen drei Gemeinden insgesamt rund 3,5 Hektar Fläche für Gewerbeansiedlungen zur Verfügung. Davon wiederum seien etliche Teile aber schon disponiert. Eine Umfrage unter 160 Betrieben in den drei Gemeinden habe bei einer Rücklaufquote von 70 Prozent einen weiteren Bedarf von rund 0,7 Hektar Fläche ergeben, sagte der Stadtplaner. „Das ist bemerkenswert.“
Planer Egbert Irmscher leitete die Zuhörer noch einmal durch den Entscheidungsprozess, der zum jetzigen Standort in Langenbrand in Verlängerung des bestehenden Gebiets „Brückenäcker“ geführt hatte. Vier mögliche Standorte waren untersucht worden, wobei Unterreichenbach aufgrund der Hanglage von vornherein ausgeschlossen war. Doch die Standorte waren entweder zu unwirtschaftlich (Engelsbrand, Gewann „Hausäcker“), zu weit ab vom Schuss (Salmbach, Gewann „Kirchenäcker“) oder zu uneben (Langenbrand, Salmbacher Straße).
Nun werden die verschiedenen Planungsverfahren eingeleitet. Der Flächennutzungsplan muss geändert werden und der Bebauungsplan erstellt. Dazu ist eine forstliche Umweltverträglichkeitsprüfung notwendig, zumal für das geplante Gewerbegebiet viel Wald weichen muss. Allerdings hat die Forstdirektion Freiburg laut den Planern eine Machbarkeit bereits bestätigt – wenn auch unter verschiedenen Auflagen. Liegen alle Genehmigungen vor, soll das Gewerbegebiet je nach konkretem Bedarf Stück für Stück zu seiner vollen Größe von rund 10 Hektar erschlossen werden. Angepeilt ist ein Grundstückspreis von unter 70 Euro je Quadratmeter.












